Inhaltsverzeichnis als PDF-Datei öffnenInhaltsübersicht:Alfred Schüller:
Liberale Ordnungspolitik. Eine Notwendigkeit ohne Alternative.
ORDO - Band 59 - 2008, S. IX-XVII.
Viktor J. Vanberg:
Markt und Staat in einer globalisierten Welt: Die ordnungsökonomische Perspektive.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 3-30.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenGegenstand dieses Beitrages sind die Auswirkungen der Globalisierung auf die
rechtlich-institutionellen Grundlagen von Märkten und Staaten. Die Hauptthese ist, dass
die Globalisierung dazu zwingt, zwei Funktionen des Staates strikter voneinander zu
trennen als dies bisher der Fall war. Dies ist einerseits die Rolle des Staates als
Gemeinschaftsunternehmen der Bürger, durch das diese sich mit öffentlichen
Leistungen versorgen. Und es ist andererseits die Rolle des Staates als
Standortunternehmen, das die rechtlich-institutionellen Rahmenbedingungen definiert,
unter denen Standortnutzer, ob Bürger oder Nichtbürger, in der Jurisdiktion tätig
werden können. Es werden insbesondere die Konsequenzen erörtert, die aus der
Separierung dieser beiden Funktionen für die Bereiche der Besteuerung und der
Regulierung folgen. Verfügbar in: Deutsch Manfred E. Streit:
Im Reformstau – oder das Elend des Verbändestaates.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 32-37.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenNach einer Einleitung (vgl. I.) werden zu Beginn (vgl. III.) zwei Beobachtungen
angeführt, die Licht auf das Thema dieses Aufsatzes werfen sollten. Danach (vgl. IV.)
wird die Theorie des Public Choice herangezogen, um sowohl diese Beobachtungen als
auch den Reformstau zu erklären. In Kapitel V. wird eine politische Strategie zur
Überwindung von Reformwiderständen, genannt „konsensuale Politik“, beurteilt.
Sodann (vgl. VI.) wird gefragt, warum die politische Klasse in Deutschland vor
Reformen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zurück zu schrecken scheint. Das führt
zu verfassungsrechtlichen Einschränkungen (vgl. VII.), die man in dieser Situation
machen kann. Schließlich (vgl. VIII.) wird diskutiert, was im Sinne einer
Ursachentherapie getan werden könnte, um den Reformstau zu beseitigen. Verfügbar in: Deutsch Norbert Berthold und Daniel Koch:
Von der (Un-)Möglichkeit ausgeglichener Haushalte.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 39-62.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenStaatsverschuldung wird hier als ein negativer externer Effekt verstanden, den Politiker
ausüben, um die Kosten ihres politischen Angebots zu senken und somit im politischen
Wettbewerb bestehen zu können. Die Gegebenheiten des politischen Wettbewerbs und
die Möglichkeit diesen externen Effekt auszuüben, versetzen die Politiker in eine
Dilemma-Situation, welche die Vermeidung von Defiziten, also eine Zusammenarbeit
zum allgemeinen Vorteil, unmöglich macht und zwangsläufig zu immer neuen Defiziten
führt. Ausnahmen ergeben sich nur, wenn die Kosten der Staatsverschuldung
internalisiert werden. Da eine vollständige Internalisierung über den Markt aber in der
Regel nicht gelingen kann, wird eine erfolgreiche Bekämpfung des
Verschuldungsproblems nur mit Hilfe von Regulierung gelingen. Wir plädieren daher
für eine Kombination aus Intensivierung des Wettbewerbs, um eine verstärkte
Internalisierung der negativen externen Effekte zu erreichen, und dem Verbot
kreditfinanzierter Investitionen, um den Einsatz von Staatsverschuldung zu begrenzen
und die Dilemmastruktur aufzubrechen. Verfügbar in: Deutsch Charles B. Blankart:
Wege zu mehr Steuerehrlichkeit.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 63-89.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenWarum bezahlen Individuen Steuern? In erster Linie weil und insoweit sie Vertrauen in
den Staat haben. Vertrauen bildet sich aus der Art, wie Steuern beschlossen werden.
Gute Beschlüsse stabilisieren das Vertrauen in den Staat und generieren neues
Vertrauen. So wirken Konsens und direkte Demokratie stärker förderlich auf die
Steuererfüllung als repräsentative Demokratie. Aber auch von einem guten Steuerdesign
können positive Anreize zur Steuererfüllung ausgehen. Umgekehrt können Steuern
schon aus ihrer Konstruktion hinterziehungsgefährdet und so dem Vertrauen abträglich
sein. So werden häufig Objektsteuern eher getragen als Subjektsteuern sowie Steuern
nach dem Ursprungslandprinzip eher als solche nach dem Bestimmungslandprinzip.
In zweiter Linie spielen Sanktionen eine Rolle. Denn auch im besten Staat gibt es
notorische Freifahrer, die das Bezahlen von Steuern lieber ihren Mitbürgern überlassen,
als sich selbst in die Pflicht zu nehmen. In der Verfolgung solcher Steuerhinterzieher
muss sich auch der Staat an geltendes Recht halten. Sich auf fragwürdige
Informationsquellen zu stützen, schmälert das für die Steuererfüllung notwendige
Vertrauen. Es sollte pragmatisch vorgegangen werden. Regierungen sollten bei jeder
Steuer abwägen, ob sich die erforderlichen Durchsetzungskosten gegenüber dem
erzielten Steuerertrag, den Effizienzkosten und dem möglicherweise hingenommenen
Vertrauensverlust die Waage halten. Bei der Besteuerung der Langfristsparer könnte die
Balance schon heute ins Negative ausschlagen. Verfügbar in: Deutsch Tobias Thomas:
Fragwürdige Luxussteuern: Statusstreben und demonstratives Konsumverhalten in der Geschichte ökonomischen Denkens.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 92-113.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenLuxus, Statusstreben und demonstratives Konsumverhalten werden in der Geschichte
ökonomischen Denkens bis heute immer wieder unterschiedlich betrachtet. So wundert
es nicht, dass auch die Antwort auf die Frage, welche Rolle der Staat im Hinblick auf
statusbedingtes Konsumverhalten einnehmen soll, je nach Perspektive und historischem
Hintergrund unterschiedlich ausfällt. Der vorliegende Beitrag zeigt, wie Statusstreben
und demonstratives Konsumverhalten in der Geschichte ökonomischen Denkens
gesehen wurden und ordnet aktuelle Beiträge ein. Da die Politikempfehlungen einerseits
auf der Modellierung von Statusstreben als Nullsummenspiel und somit einer
modelltechnischen Beliebigkeit sowie zudem teilweise auf einer unzulässigen
komparativen Wohlfahrtsanalyse fußen, und Luxussteuern andererseits aufgrund der
Besonderheiten demonstrativen Konsums so gut wie unkalkulierbare Folgen mit sich
bringen, erscheint die Besteuerung von Luxus- und Statusgütern als fragwürdiges
Unterfangen. Verfügbar in: Deutsch Hans Jörg Hennecke:
Die neuen Grundsatzprogramme der deutschen Parteien aus ordnungspolitischer Sicht.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 115-142.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenIm Mittelpunkt des Beitrags steht eine Analyse der drei neuen Grundsatzprogramme,
die von den Regierungsparteien der Großen Koalition im Herbst 2007 kurz
nacheinander beschlossen wurden und die älteren Programme von 1989 (SPD), 1993
(CSU) und 1994 (CDU) ersetzt haben. Die bisherige Bilanz der Regierung Merkel, die
Erweiterung des Parteienwettbewerbs durch die Etablierung der LINKEN als fünfter
Partei sowie die programmatischen Standortbestimmungen haben das deutsche
Parteiensystems in einer Weise gewandelt, die nicht zuletzt nach dem Stellenwert und
die Mehrheitsfähigkeit von ordnungspolitischen Positionen fragen lässt. Der Beitrag
analysiert die neuen Parteiprogramme in Bezug auf ordnungspolitisch zentrale Problemund
Handlungsfelder und will einige Schlussfolgerungen ziehen, welchen
Herausforderungen ordnungstheoretisches und ordnungspolitisches Denken gerecht
werden muss, um seinen Einfluss auf die programmatischen Grundlinien der deutschen
Politik zu verteidigen und nach Möglichkeit wieder zu stärken. Verfügbar in: Deutsch Dieter Schmidtchen:
Wettbewerb oder Effizienz? Zur Zweisamkeit von Recht und Ökonomie im Bereich der Wettbewerbspolitik.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 143-184.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenMit den unter dem Begriff „more economic approach“ zusammengefassten Reformen
im Europäischen Wettbewerbsrecht gewinnt die Frage nach dem Verhältnis von
ökonomischen und rechtlichen Kriterien in der Beurteilung von
Wettbewerbsbeschränkungen neue Aktualität.
Soll das Wettbewerbsrecht der Freiheit verpflichtet sein oder der Effizienz – das ist die
Frage, auf die sich die gegenwärtige Diskussion konzentriert.
Der Beitrag zeigt, dass das Fundamentalproblem, das durch Normen gegen
Wettbewerbsbeschränkungen zu lösen ist, ein Problem „reziproker Natur“ (Coase) ist:
Ein Mehr an Freiheit für den einen impliziert ein Weniger an Freiheit für den anderen.
Die Abgrenzung von Freiheitsrechten ist ein Nullsummen-Spiel. In dem Beitrag wird
gezeigt, dass Freiheit als Rechtsprinzip dieses Dilemma nicht entscheiden kann, wohl
aber Effizienz. Zweifel an der Praktikabilität des Effizienzkriteriums werden
zurückgewiesen. Verfügbar in: Deutsch Ernst-Joachim Mestmäcker:
Wettbewerbsfreiheit und unternehmerische Effizienz. Eine Erwiderung auf Schmidtchen.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 185-208.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenGegenstand dieses Beitrages ist das Verhältnis von Ökonomie und Recht in der
Auslegung und Anwendung von Normen gegen Wettbewerbsbeschränkungen.
Zurückgewiesen wird die im Beitrag zu diesem Band vertretene Meinung von
Schmidtchen, „dass es unmöglich ist, in Konfliktsituationen, also solchen Situationen,
in denen ein Mehr an Freiheit des A ein Weniger an Freiheit des B impliziert, ein
Maximum an Freiheit zu verwirklichen.“ Die These widerspricht der Theorie des
Wettbewerbs als Entdeckungsverfahren ebenso wie dem Verständnis der
Wettbewerbsfreiheit im Privat- und Wettbewerbsrecht. Auch anhand des von
Schmidtchen zugrunde gelegten Coase-Theorems lässt sich der Widerspruch der
Wettbewerbsfreiheit mit sich selbst nicht begründen. Verfügbar in: Deutsch André Schmidt:
Ordnungsökonomische Wettbewerbskonzepte: Die Wettbewerbspolitik im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Effizienz.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 209-236.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenMit der Einführung des more economic approach in der europäischen
Wettbewerbspolitik hat die Diskussion über die normativen Grundlagen der
Wettbewerbspolitik neue Nahrung erhalten. Während die wohlfahrtsökonomischen
Ansätze die Rolle der Wettbewerbspolitik als ein Instrument zur Generierung effizienter
Marktergebnisse betonen, sehen die ordnungsökonomischen Ansätze vielmehr die
Sicherung der ökonomischen Freiheit im Mittelpunkt der Wettbewerbspolitik. Der
Aufsatz untersucht die Vor- und Nachteile beider Ansätze und diskutiert die
Perspektiven der ordnungsökonomischen Wettbewerbskonzepte. Am Beispiel der
Marktbeherrschung wird gezeigt, dass der „more economic approach“ keineswegs zu
einer besseren Wettbewerbspolitik führt. Konsumentenwohlfahrt und die Orientierung
an statisch-allokativen Effizienzkriterien sind keine ausreichenden
Beurteilungsmaßstäbe für das Wettbewerbsrecht. In Einklang mit der Freiburger Schule
schließt der Aufsatz mit einem Plädoyer für eine an den Voraussetzungen und nicht an
den Ergebnissen des Wettbewerbs orientierten Wettbewerbspolitik. Verfügbar in: Deutsch Justus Haucap und André Uhde:
Regulierung und Wettbewerbsrecht in liberalisierten Netzindustrien aus institutionenökonomischer Perspektive.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 237-262.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenDie Liberalisierung netzgebundener Industrien muss regelmäßig über die Kontrolle der
Marktmacht der früheren Monopolunternehmen erfolgen. Dies kann zumindest
theoretisch nicht nur durch eine Ex-ante-Regulierung einer auf eine begrenzte Anzahl
von Sektoren spezialisierten Institution wie die Bundesnetzagentur erfolgen, sondern
auch durch eine Ex-post-Missbrauchsaufsicht einer sektorübergreifenden
Wettbewerbsbehörde wie das Bundeskartellamt. Auf den deutschen Elektrizitätsmärkten
oblag die gesamte Kontrolle bis 2005 dem Bundeskartellamt, bevor dann die
Bundesnetzagentur als sektorübergreifende Regulierungsbehörde eingerichtet und ihr
die Kontrolle über die Netznutzungsentgelte übertragen wurde. In den Bereichen der
Flughafenregulierung und für Telekommunikationsmärkte ist die Debatte „Ex-ante
Regulierung oder Ex-post Aufsicht“ jedoch noch lange nicht beendet.
Der vorliegende Beitrag zeigt, dass eine solch einfache Dichotomisierung der
Komplexität der Problematik und der Vielfalt der institutionellen
Ausgestaltungsmöglichkeiten nicht gerecht wird. Vielmehr hängt die Empfehlung für
die institutionelle Ausgestaltung des Regulierungsrahmens in netzgebundenen
Industrien maßgeblich von der vollzogenen und absehbaren Entwicklung des
Wettbewerbs und damit von der tatsächlichen Regulierungsbedürftigkeit des jeweiligen
Marktes ab. Der vorliegende Beitrag entwickelt dazu, ausgehend von dem für
Telekommunikationsmärkte entwickelten 3-Kriterien-Test, weitere Elemente zur
Ausdifferenzierung der Regulierung.
Vernünftige Ansätze enthält auch das deutsche Telekommunikationsgesetz (TKG). Eine
sektorspezifische Missbrauchsaufsicht oder eine Ex-post-Regulierung, wie das TKG sie
ermöglicht, bieten einerseits den Vorteil, dass sie der politökonomischen
Überregulierungstendenz entgegenwirken, sind allerdings andererseits auch mit nicht
unerheblichen Kosten und Risiken verbunden, was die intersektorale Konsistenz des
Wettbewerbsrechts und die Anfälligkeit für politische Einflussnahme angeht. Insofern
wäre eine sektorspezifische Missbrauchsaufsicht unbedingt mit einer Sunset-Klausel zu
verbinden, die einen Übergang in das allgemeine Wettbewerbsrecht sicherstellt. Die Expost-
Regulierung kann dann jedoch den Ausstieg aus der Regulierung durch das
Herabklettern der Instrumentenleiter ermöglichen und so den Einstieg in den Ausstieg
aus der sektorspezifischen Regulierung dort ermöglichen, wo dies wünschenswert ist. Verfügbar in: Deutsch Heiz-Dieter Smeets und Andreas Knorr:
Die Ordnung der deutschen Elektrizitätswirtschaft – heute.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 263-285.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblenden1975 veröffentlichte Helmut Gröner seine bahnbrechende Habilitationsschrift mit dem
programmatischen Titel „Die Ordnung der deutschen Elektrizitätswirtschaft“. Er legte
darin die erste in sich geschlossene theoretische Konzeption für die Transformation
einer traditionell hochgradig monopolisierten und umfassend regulierten
Stromversorgungswirtschaft in einen wettbewerblich organisierten Strommarkt vor.
Dürfen die zentralen Thesen Helmut Gröners heute zumindest unter Ökonomen als
Allgemeingut gelten, eilten sie zum Zeitpunkt ihres Erscheinens dem akademischen wie
politischen Zeitgeist zweifelsohne um viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte voraus.
Allerdings mehren sich in jüngerer Zeit die politischen Anzeichen dafür, dass die Zeit
für eine Umsetzung der Reformideen Helmut Gröners gekommen sein könnte. Verfügbar in: Deutsch Frank Daumann und Markus Breuer:
Zur Neuordnung des Lotteriemarktes in Deutschland.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 287-312.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenWie in den meisten Ländern so unterliegt der Glücksspielmarkt auch in Deutschland
einer starken staatlichen Regulierung. Untersuchungsgegenstand des vorliegenden
Artikels ist der Markt für Lotterien aus ordnungsökonomischer Sicht, der als ein Teil
des gesamten Glücksspielmarktes momentan durch den Deutschen Lotto-Toto-Blocks
und die von ihm angebotenen Produkte wie das populäre Samstagslotto geprägt wird.
Mit Hilfe eines Referenzmodells, das auf dem Ordnungsleitbild der Marktwirtschaft
basiert, kann gezeigt werden, dass eine staatliche Intervention durch das Auftreten
negativer Externalitäten in Form der Spielsucht und ihrer Folgen sowie dem Vorliegen
von Informationsmängeln begründet werden kann. Weitere Aspekte des Marktversagens
können hingegen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Anhand eines mehrstufigen
Prüfschemas werden auf dieser Grundlage verschiedene Alternativen angebots- und
nachfrageseitiger Interventionen inklusiv eines vollständigen Verbots von Lotterien
überprüft. Nach dessen Abschluss lässt sich konstatieren, dass aus
ordnungsökonomischer Perspektive eine Informations- und Aufklärungspflicht der
Anbieter über die Risiken des Glücksspiels zweckmäßig ist. Zur Sicherstellung eines
nachhaltigen Wettbewerbs stellt weiterhin die Vergabe von Lizenzen an
Lotteriebetreiber eine ziel- und ordnungskonforme Intervention dar. Ein
Aufrechterhalten des Status Quo in Form des staatlichen Monopols kann hingegen nicht
als ordnungs- bzw. systemkonform bezeichnet werden. Verfügbar in: Deutsch Lothar Wegehenkel und Heike Walterscheid:
Rechtsstruktur und Evolution von Wirtschaftssystemen: Pfadabhängigkeit in Richtung Zentralisierung?
ORDO - Band 59 - 2008, S. 313-341.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenDie nach dem Zusammenbruch der Zentralverwaltungswirtschaften sozialistischen Typs
zu erwartende Weiterentwicklung dezentralisierter Systeme blieb aus. Vielmehr
durchlaufen ursprünglich tendenziell handlungsrechtlich dezentralisierte Systeme
derzeit einen schleichenden Zentralisierungsprozess, der mit einer zunehmenden
Kollektivierung ursprünglichen Individualeigentums einhergeht. In diesem Papier
werden zum einen die Hintergründe und Triebkräfte der zunehmenden Zentralisierung,
die dem polit-ökonomischen Bereich zuzuordnen sind, verdeutlicht. Zum anderen
werden unter besonderer Berücksichtigung der eigentumsrechtlichen Struktur
Ansatzpunkte entwickelt, die eine Durchbrechung der Zentralisierungstendenzen
ermöglichen und den Weg zurück in Richtung Dezentralisierung öffnen könnten. Verfügbar in: Deutsch Karl-Ernst Schenk:
Ökonomische Systemtheorie: Rationalität, widerlegbare Spezifizierung und vergleichende Performance-Messung.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 343-361.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenAusgehend von Hayeks und Simons Untersuchungen zu Begriffen der Rationalität wird
gezeigt, dass die von Popper beschriebene situative Rationalität nicht nur geeignet ist
zur Spezifizierung einzelner ökonomischer Handlungssituationen, sondern auch zur
Analyse der unterschiedlichen Einbettung von Systemkomponenten in den jeweiligen
Koordinationszusammenhang. Es wird gezeigt, warum dies gerade für die hierarchische
Koordination durch Regime der Wirtschaftspolitik gilt, die Unterschiede der
Eingriffsintensität aufweisen und deshalb auch Governance-Verfahren und
mikroökonomisches Verhalten der Organisationen auf unterschiedlich charakteristische
Weise prägen. Anhand dieser Unterschiede werden drei Regime-Sektoren gebildet und
die Konsequenzen aus der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Handlungsrechten der
ihnen zugeordneten Organisationen für deren Verhalten und Performance abgeleitet.
Zur Performance-Messung wird ein Regulierungsindex für die Regime-Sektoren und für
den statistischen Vergleich von Volkswirtschaften entwickelt, gedacht als Anregung zu
einem wissenschaftlichen Diskurs über das vorgeschlagene Konzept. Verfügbar in: Deutsch Karsten Mause:
Ist Bildung eine Ware? Ein Klärungsversuch.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 363-380.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenIn diesem Beitrag wird die in bildungspolitischen Diskussionen bisweilen vorgebrachte
Behauptung, dass Bildung gegenwärtig zunehmend als Ware betrachtet werde, ad
absurdum geführt. Aufbauend auf dem von Gary S. Becker und seinen Mitarbeitern
entwickelten Haushaltsproduktionsansatz wird argumentiert, dass die individuelle
Bildung nicht als Ware betrachtet werden kann, die auf Märkten käuflich zu erwerben
ist. Auf Märkten lassen sich freilich Lehrdienstleistungen kaufen, mit deren Hilfe sich
Individuen selbst (weiter-)bilden können. Das Ergebnis dieser Bildungsproduktion geht,
in Form von Wissen, in das Humanvermögen des jeweiligen Individuums ein. Sein
Humanvermögen kann der Einzelne auf dem Arbeitsmarkt anbieten beziehungsweise
verwerten. Die vorgeschlagene konsequente Unterscheidung zwischen
Lehrdienstleistungen, Bildung und Humanvermögen stellt den Versuch dar, begriffliche
Klarheit in die sozialwissenschaftliche Analyse von Lehrdienstleistungsmärkten,
Bildungsprozessen und Arbeitsmärkten zu bringen. Verfügbar in: Deutsch Michael Wohlgemuth:
50 Jahre Europäische Ordnungspolitik: ordnungs- und konstitutionenökonomische Anmerkungen.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 381-404.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenDie ordnungspolitischen Leistungen der Europäischen Integration der letzten 50 Jahre
sind wechselhaft und widersprüchlich. Vor dem Hintergrund von Hayeks optimistischer
Vision einer freiwilligen Integration unter dem Vorzeichen universalisierbarer
Freiheitsgewährungen und Erhards Befürchtungen vor einem Europäischen
Interventionsstaat diskutiere ich theoretische Gründe, die den gemischten empirischen
Befund erklären können. Hayeks Optimismus läßt sich polit-ökonomisch vor allem
unter Verweis auf die Logik des Stimmentauschs und die Eigeninteressen Europäischer
Organe relativieren. Erhards Pessimismus wiederum kann durch gewollte oder
ungewollte Selbstbindung der Vertragsparteien sowie eine durchaus oft
ordnungspolitisch weitreichende Interpretation der Verträge durch EuGH und
Kommission in wichtigen Teilen widerlegt werden. Die weitere Entwicklung
Europäischer Ordnungspolitik dürfte von den Reibungen zwischen Vertiefung
(Harmonisierung, Zentralisierung) und Erweiterung der Union geprägt sein. Aus
konstitutionenökonomischer Sicht empfiehlt sich ein Modell flexibler, freiwilliger
Integration nach Politikbereichen in „clubs“. Verfügbar in: Deutsch Ingo Pies und Christof Wockenfuß:
Armutsbekämpfung versus Demokratieförderung: Wie lässt sich der entwicklungspolitische Trade-Off überwinden?
ORDO - Band 59 - 2008, S. 405-439.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenDie internationale Entwicklungszusammenarbeit verfolgt zwei Ziele:
Armutsreduzierung und Demokratisierung. Auf der Grundlage eines Rational-Choice-
Modells wird gezeigt, dass diese Ziele in einem Konflikt zueinander stehen, wenn
Maßnahmen westlicher Entwicklungspolitik in und auf Diktaturen angewandt werden.
Es liegt ein Trade-Off vor: Mehr Armutsbekämpfung bedeutet weniger
Demokratisierung – und umgekehrt. Dieser Trade-Off lässt sich auflösen, wenn es
gelingt, bei diktatorischen Regimes ein Interesse daran zu wecken, ihrer Bevölkerung
gegenüber weniger repressiv aufzutreten. Hierfür müsste die internationale
Entwicklungszusammenarbeit mit einem geeigneten Ordnungsrahmen versehen werden.
Der vorliegende Beitrag skizziert ein institutionelles Arrangement, das dazu beitragen
könnte. Die zugrunde liegende These lautet, dass dieses Arrangement den Trade-Off
überwinden würde und dass sowohl demokratische Regierungen als auch Diktatoren ein
Interesse an seiner Implementierung hätten. Verfügbar in: Deutsch Stefan Hielscher:
Die Sachs-Easterly-Kontroverse: „Dissent on Development“ Revisited – Eine ordonomische Analyse zur Interdependenz von Sozialstruktur und Semantik moderner Entwicklungspolitik.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 441-473.
+ Abstract einblenden- Abstract ausblendenDer entwicklungsökonomische Diskurs ist aktuell geprägt durch eine kontroverse
Debatte zwischen Jeffrey Sachs und William Easterly. Der Beitrag rekonstruiert beide
Ansätze aus ordonomischer Perspektive. Er argumentiert, dass eine auf Kooperation
angelegte Semantik vergleichsweise besser geeignet ist als die von Sachs und Easterly
bemühte Hilfesemantik, um die sozialstrukturellen Herausforderungen weltweiter
Entwicklungszusammenarbeit gedanklich zu strukturieren. Die hierfür vorgeschlagene
Konzeption internationaler öffentlicher Güter entwickelt drei Pointen: Erstens setzt
diese Konzeption auf die zunehmend internationalen Interdependenzen, so dass die
Entwicklungspolitik konzeptionell auf einem sicheren Fundament sozialstruktureller
Reziprozität aufgebaut werden kann. Zweitens fokussiert sie auf die gemeinsamen
Interessen an Entwicklung und identifiziert auf diese Weise geeignete
Anknüpfungspunkte für wechselseitig vorteilhafte Kooperation. Schließlich kann dieser
Ansatz dazu beitragen, die Anreizstrukturen in der Entwicklungspolitik und der
entwicklungspolitischen Praxis zu reformieren – im Interesse der Armen und der
Reichen. Verfügbar in: Deutsch Manfred E. Streit:
Freiheit und Wettbewerb. In Mermoriam Erich Hoppmann (31. Dezember 1923 – 29. August 2007).
ORDO - Band 59 - 2008, S. 476-478.
Alfred Schüller:
Der Liberalität verpflichtet. In Memoriam Helmut Gröner (12. Oktober 1930 – 27. Juli 2006).
ORDO - Band 59 - 2008, S. 479-488.
Buchbesprechungen
Hanjo Allinger:
Evidenzbasierte Bildungspolitik: Beiträge der Bildungsökonomie. Ein Kommentar zum gleichnamigen, von Manfred Weiß herausgegebenen Band.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 493-495.
Hans-Heinrich Bass:
Schumpeters Finanzierungshypothese in neuer Sicht – Anmerkungen zu einem Buch von Cord Siemon über Unternehmertum in der Finanzwirtschaft.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 495-498.
Hanno Beck:
Auf der Suche nach der politischen Weltformel – Anmerkungen zum Buch „Politische Ökonomie des Politikbetriebes“ von Franz Beitzinger.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 498-501.
Florian Birkenfeld:
Bildung. Anmerkungen zum gleichnamigen, von Wolfgang Franz, Hans Jürgen Ramser und Manfred Stadler herausgegebenen Tagungsband.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 501-504.
Markus Breuer:
Sozialer Umbruch. Zwischen neuen Werten und der demographischen Entwicklung – Anmerkungen zu Rolf Kramers Buch „Gesellschaft im Wandel“.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 504-506.
Peter Engelhard:
Dynamik internationaler Märkte – Anmerkungen zum gleichnamigen, von Franz, Ramser und Stadler herausgegebenen Sammelband.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 506-510.
Milena Susanne Etges:
Was hält eine Gesellschaft zusammen? Eine kritische Betrachtung des gleichnamigen Buchs von Christoph Lütge.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 511-514.
Lothar Funk:
Die Zukunft der Arbeit in Deutschland – Besprechung des vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln herausgegebenen gleichnamigen Bandes.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 511-514.
Catherine Herfeld:
Wirtschaftstheorie und Wissen. Aufsätze zur Erkenntnis- und Wissenschaftslehre von Friedrich August von Hayek – Anmerkungen zu dem gleichnamigen Band, herausgegebenen von Viktor Vanberg.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 523-529.
Karen Horn:
Institutions in Perspective – Zu der gleichnamigen Festschrift zu Ehren von Rudolf Richter.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 529-531.
Wolfgang Kerber:
An Economic Analysis of Private International Law – Anmerkungen zu dem gleichnamigen Band, herausgegeben von Jürgen Basedow und Toshiyuki Kono.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 532-534.
Alexander Lenger:
Ökonomische Ethik – Anmerkungen zum gleichnamigen Buch von Andreas Suchanek.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 534-540.
Christian Müller:
Corporate Social Responsibility als unternehmerische Strategie – Bemerkungen zu einem von Hans Thomas und Johannes Hattler herausgegebenen Tagungsband.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 540-543.
Benedikt Römmelt:
Thomas Schellings strategische Ökonomik – Anmerkungen zu dem gleichnamigen Band, herausgegeben von Ingo Pies und Martin Leschke.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 544-547.
André Schmidt:
The More Economic Approach to European Competition Law – Besprechung des gleichnamigen Buches, herausgegeben von Dieter Schmidtchen, Max Albert und Stefan Voigt.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 547-550.
Carsten Schreiter:
Europäische Beihilfenkontrolle und Standortwettbewerb. Eine ökonomische Analyse – Bemerkungen zum gleichnamigen Buch von Friedrich Gröteke.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 551-555.
Cord Siemon:
Theorie der staatlichen Venture Capital-Politik – Anmerkungen zum gleichnamigen Buch von E. A. Bauer.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 555-558.
Manfred E. Streit:
Marburger Studien zur Ordnungsökonomik – zu dem gleichnamigen Buch von Alfred Schüller.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 559-562.
Volker Ulrich:
Auf der Suche nach der besseren Lösung. Festschrift zum 60. Geburtstag von Norbert Klusen – Zu dem gleichnamigen Buch herausgegeben von Peter Oberender und Christoph Straub.
ORDO - Band 59 - 2008, S. 562-566.
Kurzbesprechungen
ORDO - Band 59 - 2008, S. 567-577.
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